mein Reichtum
Wenn ich von meinem Reichtum spreche, dann meine ich keine materiellen Besitztümer. Alles, was mir lieb und teuer ist, ist meine Familie. Deswegen möchte ich sie speziell vorstellen, jeden Einzeln!
Ich habe einen wunderbaren Ehemann. Wir haben uns kennengelernt, als es mir nicht gut ging, als die Welt, die um mich herum existierte bröckelte und zusammen brach. Ist hinfällig davon zu berichten, denn es ist lange vorbei und vor allen Dingen ist danach alles um so viel mehr schöner geworden, als es vorher war. Ich mußte erst zerbrochen werden, um meine Augen für das wunderbare Leben öffnen zu können. Ist übrigends ein göttliches Prinzip. Auf jeden Fall fing Samuel mich auf. Er ist mein engster Freund, jemand, der meinen tiefsten Gedanken hört und der immer bemüht ist, mich zu verstehn, auch wenn ich anders ticke, als andere. Er war der erste, der mich so sah, wie ich bin. Ich liebe ihn, mehr brauch ich nicht sagen. Komischerweise kann man es auch nie gut in Worte fassen, warum. Es liegt tief im Innern, dieses Gefühl von Wissen: mit diesem Menschen bin ich eins. Ich wußte es, als ich Samuel das erste mal sah. Er ist Portugiese, aber wir haben niemals kulturelle Unterschiede bemerkt, und wenn doch, hätten sie uns nicht gestört. Er ist Realist, im Gegenteil zu mir… da ergänzen wir uns. Ich bringe uns regelmäßig zum träumen und entführe ihn in etwas Leichteres, und er hält seine Hand darüber und bringt uns auf den Boden der Tasachen, wenn es nötig ist. Unser Leben ist sehr ausgewogen… wäre da nicht die Zeit, die uns regelmäßig wegläuft und uns wertvolle Zeit zu zweit stielt.
Ich habe die tollsten Söhne geschenkt bekommen, die ich mir vorstellen kann. Louis kam sehr früh zu uns, ein Jahr nach unserer Hochzeit brachte ich ihn per Kaiserschnitt zur Welt. Er war immer eine Bereicherung. Klar gibt es im Leben mit Kindern Zeitpunkte, wo es anstrengend ist, aber es bereichert einen ungemein. Er ist sehr sensibel und musikalisch. Mit einem halben Jahr klopfte er rythmisch auf dem Tisch, mit einem Jahr saß er am Schlagzeug seinens Onkels und mit Zwei einhalb konnte er schon Grooves spielen, die er sich abgehört hatte. Motorisch sehr früh entwickelt, sprachlich langsam. Er ist aber auch ein Rüpel, er ärgert gern und bringt mich damit gern auf die Palme. Er ist der Schauspieler und Clown,… Carlos dagegen entpuppt sich mehr und mehr zu einem gutmütigen Zuschauer. Er ist so begeistert, wenn Louis ihn nur ansieht. Carlos kam 3 Jahre nach Louis zur Welt. Er ist unser Sorgenkind, weil er immer krank ist. Bessert sich hoffentlich jetzt zum Frühling. Mit seinen 8 Monaten kann man den Charakter nur erahnen, aber es scheint, als ob er gemütlicher und ausgelichener als Louis sein wird. Es bleibt spannend. Kinder sind immer Überraschungspakete. Man weiß nie, was aus ihnen wird.
Meine Eltern sind ein riesen Reichtum. Sie waren es in meiner Kindheit und Jugend und bleiben es wohl in alle Ewigkeit. Sie haben mir immer eine beschützte und reiche Kindheit ermöglicht. Ich kann mich an keinen Moment erinnern, wo ich meine heile Welt bedroht hätte sehen können. Noch heute schöpfe ich aus dem riesigen Vorrat an Geborgenheit und emotionaler Sicherheit. Meine Eltern sind ein Fels in der Brandung, unerschütterlich stehen sie Hand in Hand und trotzen den Widrigkeiten des Lebens und versuchen immer, noch Heute, ihre Kinder und Enkelkinder weitmöglichst abzuschirmen. Ihre Liebe zu einander ist selten und ehrlich gesagt hab ich noch nie eine vergleichbare Liebe gesehen. Mein Mann und ich arbeiten daran, aber es ist ein hochgestecktes Ziel. Mama ist der Mensch, der die gesamte Familie zusammen hält. Ich wage zu behaupten, das sie der Dreh und Angelpunkt ist, bei ihr laufen alle Fäden zusammen. Sie ist die selbstloseste Person, die ich kenne. Wenn man an Mama denkt, dann an ihre Hände. Es ist komisch, aber ihre Hände sind der Spiegel ihrer Person. Immer warm, kräftig. Wenn sie einen mit den Händen berührt, fühlt man sich immer geborgen und beschützt. Ihr Händedruck ist fest und ehrlich, so wie ihr Charakter. Als zweites Merkmal würde ich ihre Augen nennen. Sie sind fast schwarz und sie können sehr unterschiedlich funkeln. Denn sie funkeln immer. Temperament ist ein Stichwort! Endweder sie lachen… aber wenn sie sich ärgert, dann sieht man in ihnen dunkle Wolken aufziehen. Mama muß nichts sagen, ihre Augen sprechen Bände! Papa ist eigendlich der sanfte von Beiden. Menschen die ihn kennen, zeigen vielleicht jetzt einen Vogel, aber in meinen Augen wurde mein Vater sein Leben lang verkannt. Mein Vater ist ehrlich. Ehrlicher geht wahrscheinlich nicht, er ist ein offenes Buch. Und das tragische ist, das er ein weicher, harmonie liebender Mensch ist. Doch gleichzeitig, und damit meine ich die tragische Seite, hat er immer das Gefühl von Verantwortung und muß Dinge ansprechen, die schief laufen. Er leidet,… man, wie oft habe ich ihn leiden sehen. Ihn, der Harmonie liebt, wie er in der Gemeinde oder anderen Bereichen, wo er Verantwortung trug, Dinge sagen mußte, weil sie schief liefen. Und Menschen mögen nicht auf falsche Dinge hingewiesen werden. Er war immer der böse Gerd. Dabei waren seine Anmerkungen fast immer richtig (niemand ist unfehlbar). Er ist verträumt und romantisch. Sein typischstes Merkmal sind die Augen. Sie sind blau, und ich habe schon sehr oft Tränen in ihnen gesehen, denn er ist sehr nah am Wasser gebaut. Stille Tränen. Vor Rührung, sehr oft. Vor Ergriffenheit, vor Mitleid… das sind die Tränen, die ich bei ihm sah. Niemals aus Selbstmitleid oder persönlichem Leid, wobei er genug Grund dafür gehabt hätte. Und es sind diese begeisternden Augen. Er ist ein Vorwärtesbringer, ein Visionär, der durch seine Begeisterung Menschen nach vorne bringt.
Meine Brüder Sven und Pascal. Ich liebe sie wirklich abgöttisch. Ein blödes Wort, ab es trifft den Kern. Wir waren immer ein harmonisches Dreiergespann. Ein bisschen war ich Vermittlerin, weil ich als Mädchen auch noch das mittlere Kind von uns Dreien war. Noch heute ist das enge Band da, vielleicht anders… aber es ist vorhanden. Uns drei verbindet vor allen Dingen die Musik. Wir sind quasi verrückt nach Musik, ohne Musik geht es uns schlecht. Wenn wir uns sehen, dreht es sich meistens um Musik und natürlich unsere Band, die wir haben. Wir spielen, beziehungsweise, ich singe ja, in unserer Gemeinde in einer der drei Bands. Pascal ist der musikalischste von uns, er spielt Schlagzeug und hat auch immer ein Ohr für das Gesamtbild der Band. Arrangements und so weiter. Ich singe nur seit ich denken kann. Bin auch nicht DIE Stimme, aber es reicht, würde ich mal so sagen. Sven spielt Bass. Er ist derjenige, der wie ein Lexikon Namen von Bands und die gesamte Musikgeschichte gespeichert hat. Mein Bruder Calli hat eine ganz liebe Frau geheiratet, die Sarah, die ich auch sehr lieb habe. Mittlerweile ist sie eigendlich mehr eine Schwester (die ich ja nie hatte), als Schwägerin. Sie haben eine supersüße Tochter, Mia,… und weil ich ja nur Söhne hab, ist Mia was besonderes für mich! Und bald kommt ja die nächste Nichte..
Was heißt, nur eine Nichte, ich bekomme gleich 3 Nichten neu dazu. 2008 wird mein Nichtenjahr. Eine von Calli und Sarah, eine von Samuels Schwester und eine von Samuels Bruder! Wo wir bei meinen anderen Schwagern und Schwägerinnen sind. Da ist der José, Samuels Bruder, der seine große Liebe in Brasilien gefunden hat und 2006 dort geheiratet hat und nun dort lebt. Leider habe ich meine Schwägerin noch nicht kennengelernt… Und Samuels Schwester hat neu geheiratet und sozusagen habe ich von ihrer Seite zwei Schwager, denn ihr Ex-Mann ist dennoch irgendwie Schwager für uns. Auf jeden Fall gehört sie mit Daniel, Tiago und Eunice zu meiner Familie, besonders jetzt, weil Tiago bei uns lebt.
Wo wir bei meinem Neffen sind. Wir haben eine riesige Bereicherung durch ihn erfahren. Er ist ein super lieber, verantwortungsbewußter Teenager. Ich denke, wenn er dann irgendwann nicht mehr bei uns lebt und seinen eignen Weg geht, werden wir ihn stark vermissen. Er wird immer etwas besonderes für uns bleiben, soetwas zwischen Neffe und etwas von Sohn, auch wenn uns nur 10 Jahre trennen. Trotzdem sind wir ja für ihn verantwortlich.
Schwiegereltern: super lieb!
Dies ist mein ganzer Reichtum und ich wage zu behaupten, dass Gott mich besonders gesegnet hat. So eine Familie ist selten und ich weiß es zu schätzen. Wirklich, ich danke Gott jeden Tag für jeden Einzelnen! Ich liebe sie alle!